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Aus: Hohenloher Tagblatt, 22.11.2011

 

Romantischer geht es kaum: Eheschließung in einem edel eingerichteten Trauzimmer, kirchliche Trauung in der historischen Kapelle nebenan, Sektempfang im Schlosshof, Hochzeitsfeier im Rittersaal oder im Gewölbekeller. Für stimmungsvolle Hochzeitsbilder gibt es eine reichhaltige Motivauswahl. Und zum krönenden Abschluss des schönsten Tages im Leben wartet die Übernachtung im Prinzen- oder Prinzessinnenzimmer.

 

Das Schloss Obersontheim ist der ideale Ort für Verliebte, die sich trauen. "Mir ist nicht bekannt, dass ein ähnliches Angebot in dieser Form irgendwo sonst existiert", überlegt Schlossbesitzer Horst Rausch. Vier Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe, die ebenfalls alle romantisch im Renaissancestil eingerichtet sind, runden das Hochzeitsambiente ab. "Wer hier tagt oder feiert, kann gleich die ganze Gesellschaft im Schloss übernachten lassen, das ist ganz praktisch", meint der Schlossherr, "das haben wir selber schon bei Familienfeiern getestet."

Der Hochzeitstourismus entwickelt sich gerade sprunghaft. Zwischen 10 und 15 Hochzeiten finden jährlich im Schloss Obersontheim statt, nach Fertigstellung von Trauzimmer und Kapelle werden es wohl noch mehr. Dabei kommen die Paare, die sich hinter den 2,70 Meter dicken Mauern das Jawort geben, längst nicht alle aus der Region.

 

1997 hat Horst Rausch das Obersontheimer Schloss mit seiner Ehefrau Ulla von der Samariterstiftung gekauft. Als Architekt und Bausachverständiger wusste der 58-Jährige von Anfang an, auf was er sich da einlässt. "Das Schloss ist natürlich ziemlich groß, aber so einen Bau gibts nun einmal nicht in kleinen Portionen. Es ist uns auch wichtig, das Gebäude als Ganzes zu erhalten. Da wird nichts abgetrennt oder in Stücken verkauft", erklärt der Bauunternehmer. Es war jedoch nicht allein das Interesse an alten Bauwerken, das Familie Rausch, die ihren Wohnsitz in Rosenfeld hat, für das Obersontheimer Schloss eingenommen hat. "Das Schloss wurde damals solide gebaut, es war immer bewohnt und ist in Schuss gehalten worden. Außerdem ist es ein wunderschöner, lupenreiner Renaissancebau, den findet man bei aller Schlösservielfalt hierzulande nur ganz selten", so Rausch. Mit dem Schlosskauf begann die Renovierung, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Zunächst kam der Wehrgang an die Reihe. Sämtliche Fenster sind durch vorgesetzte Kastenfenster gegen Wärmeverlust gesichert, das Dach ist gedämmt. Bis auf die zwei Flügel, die noch von der Samariterstiftung benutzt werden, wurde der Bau bereits überholt. "Wir bemühen uns, alles so zu belassen, wie wir es vorfinden", erklärt der Architekt, "kein Brett wird fortgeschmissen, das noch verwendbar ist."

 

Das Schloss Obersontheim ist ehemalige Residenz eines Zweiges des reichsgräflichen Geschlechts der Schenken von Limpurg, die in Obersontheim viele Spuren hinterlassen haben. Im 16. Jahrhundert wurde es von Schenk Erasmus erbaut. Der Schlussstein über der Tür zum Hauptflügel trägt die Jahreszahl 1543, im darüber angebrachten Doppelwappenstein wird die Jahreszahl 1544 genannt, am Torturm-Wappenstein das Jahr 1562. Nachdem die Schenken 1713 ausgestorben waren, hatte das Schloss verschiedene Besitzer, bis 1904 die Samariterstiftung einzog und ein Pflegeheim eröffnete. Das Schloss bildet grob ein nach Nordosten offenes Hufeisen. Die zwei mächtigen Renaissancebauten mit vorgelagerten Treppentürmen werden durch einen schmaleren Fachwerktrakt verbunden. Drei Sandsteintürme markieren die Eckpunkte. In der Mitte des äußeren Hofes stellt ein Brunnen aus dem 18. Jahrhundert aus hellem Kalktuff einen Blickfang dar.

 

"Es gibt Menschen, die erben ein Schloss und haben es dann am Hals. Für die mag es manchmal Last sein. Wir haben uns bewusst für das Schloss entschieden", erzählt Horst Rausch. "Wenn man sieht, wie das Schloss Stück für Stück hergerichtet wird, wie es eine neue Nutzung bekommt und Erträge abwirft, da überwiegt natürlich die Lust - auch wenn es nicht immer die reine Lust ist."

Die Lust, am Schloss weiterzubauen hat der Schlossherr jedenfalls noch nicht verloren. Derzeit stehen die ehemaligen Fürstenzimmer zur Vermietung, in denen es prächtige Deckenmalereien gibt und die einen herrlichen Blick über die Dächer von Obersontheim bieten. Und in Zukunft soll im Erasmusbau, in dem einst die herrschaftlichen Räume untergebracht waren, ein Café eröffnet werden. Die Gewölbedecken und die großzügige Terrasse im Schlosshof laden dazu geradezu ein.

 

© 2017  Ursula Rausch, Daniel Rausch

Tel: 07428 / 9398 - 15

Gaildorfer Str. 1-3, 74423 Obersontheim

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